Äthiopien - Wiege der Menschheit

Meine Kollegin Corinna Kandler – sie war über 15 Jahre im Unternehmen – hat mir diesen Reisebericht übergeben. Die wundervollen Eindrücke und Erlebnisse dieser Reise möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Aber lesen Sie selbst: 

Meine erste Reise – Der Norden

Der höchste Berg ist der Ras Dashen mit fast 5000m, gleichzeitig liegt die tiefste Region 150m unter dem Meeresspiegel. Ja all dies wollte ich erkunden und so führte mich meine erste Reise im Jahr 2004 zunächst in den christlichen Norden. Der Tanasee mit seinen zahlreichen Inselklöster, dessen Sedimente alljährlich den Blauen Nil hinuntergetragen wurden, ließen eine der ersten Hochkulturen in Ägypten und im Sudan erblühen. Die Königsstädte Gondar, Lalibela mit ihren Felsenkirchen und Axum eingebettet inmitten der herrlichen Landschaft des Hochlandes waren atemberaubend. In meinen Gedanken schmiedete ich bereits meine zweite Reise, das Land ist so groß, es nimmt fast das ganze Horn von Afrika ein. 

Meine zweite Reise – Nationalparks

Meine zweite Reise drei Jahre später widmete ich einigen der schönsten Nationalparks entlang des afrikanischen Grabenbruchs sowie den darin lebenden Naturvölkern wie den Konso, den Dorze, den Karo, den Hamer, den Borana und den Mursi um nur einige zu erwähnen.

Hier findet man Tiere und vor allem Vögel, die nur hier leben und auch sonst können sich die Nationalparks ohne weiteres mit den in Kenia oder Tansania messen. Der Westen und der Süden des Landes sind äußerst fruchtbar und es gibt auch genug Regen. Hier wächst der berühmte äthiopische Hochlandkaffee, diesen genoss ich entweder klassisch bei einer traditionellen Kaffeezeremonie oder italienisch aus der Espresso Maschine, einem Relikt der italienischen Besatzung. 

Nach 3 Wochen Jeepfahrt auf schwierigen Pisten von2500m hinauf auf 4000m wieder hinunter auf 1000m und dann wieder hinauf auf 2500m hatte ich rund 5000km zurückgelegt. Die Eindrücke und die Erlebnisse übertrafen alles. Ich war noch nicht einmal in Wien gelandet, hatte ich schon meine 3. Reise im Kopf zusammengestellte. Diesmal wollte ich auch an meine körperliche Grenze gehen. 

Meine dritte Reise – Besteigung des Vulkans Erta Ale

Mein Traum, den Erta Ale, mit dem ältesten aktiven Vulkansee zu besteigen, sollte wahr werden. Die Danakil Senke liegt im berühmt berüchtigten Afrardreieck und ist mit Temperaturen jenseits von 50°C im Winterhalbjahr einer der heißesten Regionen der Erde. Die Planung benötigt Zeit, man braucht eine Genehmigung von Seiten des äthiopischen Innenministeriums. Im März 2009 war es endlich soweit, wir waren 5 Personen und 7 Personen Besatzung: 3 Fahrer, 1 Guide, 1 Koch, 2 Polizisten in 2 Jeeps + 1 Versorgungsauto. Wir durchfuhren die Danakil von Süden nach Norden, in Afdera stiegen die beiden Polizisten dazu und tauchten ein in eine atemberaubende Vulkanlandschaft. Mensch und Auto wurde gewisser Maßen an ihre Grenzen gebracht. Der Aufstieg auf den rund 600m hohen Vulkan Erta Ale dauert rund 4 Stunden und erfolgt in der Nacht. Als wir um 23.00 Uhr am Kraterrand standen, war nur mehr großes Staunen angesagt. Im wieder wurde die Lavadecken aufgerissen und Lava spritzte in die Höhe, von allen Seiten war das Klicken der Kameras zu hören. Nach rund 2 Stunden gingen wir zurück, kuschelten uns in unsere Schlafsäcke, der kalte Bergwind fegte um unsere Ohren. Wie heißt es so schön: die Wüste ist ein heißer Ort in dem es sehr kalt wird. Ich war froh als der Morgen graute und wir wieder abstiegen, nur von an wurde es aber immer heißer und heißer, denn wie fuhren immer tiefer hinein zu den nächsten Höhepunkten. Dallol, eine farbenprächtige unwirtliche Region und der Asale Salzsee. Hier wird seit rund 5000 Jahren Salz abgebaut und mit Kamelen und Esel nach Birhale gebracht. Der Weitertransport nach Mekele erfolgt dann bereits mit Lastwägen, der Abbau des Salzes hat sich in den letzten 5000 Jahren jedoch nicht verändert. Von Mekele aus fuhren wir dann über die Simienberge nach Gondar. Unterwegs trafen wir ein Rudel Geladas, besser bekannt als Blutbrustaffen, einer endemischen Affenart. Das Rudel umfasste rund 400 Tiere, sie hatte keine Scheu vor uns und so konnten wir ihrem Spiel zusehen. Wieder ging eine wunderbare Reise dem Ende zu, die Erholung blieb diesmal ein wenig auf der Strecke, aber das Erlebte möchte ich unter gar keinen Umständen missen. Ganz im Gegenteil, vielleicht bietet sich noch einmal die Möglichkeit ...

Äthiopien zählt für mich zu schönsten Ländern der Erde, dafür sorgten in erster Linie die Menschen, die mich begleiteten und denen ich begegnet bin. Sie haben mich mit ihrem Lächeln und ihrer Gastfreundschaft verzaubert. 

Lassen Sie sich individuell zum spannenden Reiseland Äthiopien beraten. Weitere Inspiration für Ihren Urlaub finden Sie in unserem Reiseblog.