Reisebericht Indien - Rajasthan Rundreise für Einsteiger

Meine Reiseroute: Dehli - Agra - Nationalpark Ranthambore - Jaipur - Dehli

Tag 1

Ankunft in Dehli mitten in der Nacht, Meeting nach der Gepäcksausgabe mit einem Vertreter der Agentur wo wir auch gleich unseren Fahrer Videschi, der uns während der ganzen Reise begleiten wird, kennenlernen.

Nach einem etwa einstündigen Transfer ist die Ankunft im Hotel Crowne Plaza New Dehli Ohkla ****, ein kleiner Schock.

Das Hotel ist wie eine Festung, bewaffnete Securities sperren und kontrollieren den Zugang zum Hotel, im Eingang muss man durch einen Scanner und eine Taschenkontrolle über sich ergehen lassen, die Securities sind aber sehr freundlich. Hat man das überstanden bleibt kaum ein Wunsch des Gastes unerfüllt. Das Hotel verfügt über mehrere Bars, Restaurants, Meeting Rooms und sehr gemütliche Zimmer. Nachteil ist die Lage, rundherum ist so gut wie nichts das zum Verlassen des Hotels und Erkundung der Umgebung verleitet, was durch die strengen Sicherheitskontrollen am Hoteleingang zusätzlich verleidet wird.

Nach einem kurzen Schläfchen und einem guten Frühstück werden wir zur Stadtbesichtigung abgeholt unsere Rundreise durch Indien kann beginnen. Die deutschsprachigen Guides, die uns von der Agentur für die gesamte Reise gestellt werden, sind durchwegs freundlich und kompetent.

Der Verkehr in Dehli ist für europäische Verhältnisse sehr chaotisch, das wichtigste Utensil beim Fahren scheint die Hupe zu sein.

Highlights des Tages:

  • Jama Masjid – die größte Moschee in Indien.
  • Raj Ghat – Einäscherungstelle von Mahatma Gandhi
  • Qutab Minar – ein 74m hoher Wach- und Siegesturm im Qutb Komplex aus dem 12 Jhd, frühe indo-islamische Architektur.
  • Humayun`s Mausoleum – erbaut im Jahr 1565, der Grabbau von Nasiruddin Muhammad Humayun, dem zweiten Begum oder Mogulherrscher.
  • India Gate – eine gigantischen Triumpfbogen, auf dem die Namen der gefallen Soldaten British Indiens aus dem ersten Weltkrieg, des Afghanistan Krieges 1919 und des Bangladesh Krieges von 1971 angeführt sind.
  • Das Ministerien-Viertel, mit der Residenz des ehem. Vizekönigs, für mich eine beeindruckende Mischung aus viktorianischer Architektur und Architektur des 20. Jahrhunderts.

Als Abschluss der Besichtigungstour gab es noch eine Rikschafahrt durch die engen Gassen der Altstadt.

Nach dem Frühstück startet unser Tour in Richtung Agra. Was einem da so auf der Fahrbahn begegnet ist abenteuerlich. Ziegen- und Schafherden, Nomaden mit Kamelsulkies, Kühe und Wasserbüffel sind sowieso allgegenwärtig, Affen, Schweine und sogar Elefanten werden als gleichberechtigte Straßenbenutzer angesehen – auf manchen Mopeds fahren bis zu 4 Personen samt Gepäck. Auch total überfüllte TukTuk-Taxis gehören zum alltäglichen Anblick und natürlich Autos, Autos und Autos und dazwischen die bunt geschmückten LKWS.

Unglaublich was sich auf den Straßen abspielt, aber trotz all dem Chaos, gibt es keine Hektik und keinen Stau. Es ist immer alles in Bewegung und es geht sich durch wahre Milimeterarbeit immer irgendwie aus – das berühmte Indian Public Traffic System Secret, wie uns gesagt wurde.

Nachmittags sind wir endgültig in Indien angekommen. Wir besuchen das Taj Mahal, zuvor noch ein Rundgang durch Fort Agra, von diesem kann man das Taj Mahal in der Ferne aufragen sehen. Das berühmteste aller Grabmäler zu der berühmtesten Liebesgeschichte der Welt. Ein Prachtbau in dem die hinduistische und islamischen Architekturen perfekt harmonieren. Weißer Marmor verziert mit feinsten Gravuren und Intarsien mit Halbedelsteinen aller Farben, ergeben eine einzigartige harmonische Pracht.

Die Romantik leidet ein wenig unter dem Umstand, dass Sonntagnachmittag ist und sich zig Menschen ebenfalls das Taj Mahal ansehen. Aber der Anblick dieser Must-See Sehenswürdigkeit Indiens macht dies wett.

Übernachtung im Hotel Mansingh Agra ****. Das Hotel ist sehr nett auch gesichert mit elektrischem Tor und Security. Auf Taschen und Personenkontrollen wird aber verzichtet. Innen gleicht das Hotel eher einem viktorianischen Gebäude, die Zimmer sind groß und ein Willkommenskorb mit Obst und kleinen Snaks erwartet uns. Abendessen und Frühstück sind ausgezeichnet.

Nach dem Frühstück besichtigen wir Fatehpur Sikri, ca. 37 km von Agra entfernt, die legendäre Geisterstadt aus rotem Sandstein, erbaut von Akbar dem Großen im 14. Jahrhundert. Geisterstadt deswegen, weil die Anlage wegen Wassermangels nach einigen Jahren der Blüte und des Wohlstandes aufgegeben werden musste.

Weiterfahrt nach Ranthambore zum Nationalpark, ca. 10 km von Sawai Madhopur entfernt. Dieser soll die größte Tigerdichte aller Nationalparks ausweisen, wir sind gespannt.

Unterbringung erfolgt im Ranthambore Regency einem netten 3* Hotel in einer Gartenanlage mit Swimmingpool, einem guten Restaurant mit Buffet und einer Bar. Die Zimmer sind sehr groß und gemütlich eingerichtet.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir auf dem Markt. Eine sehr bunte, geräuschvolle und geruchsintensive Erfahrung. Die Leute sind eher zurückhaltend jedoch nicht unfreundlich.

Wie es nicht anders zu Erwarten ist, ist auch der Markt von Kühen, die zwischen den Ständen und auf den schmalen Wegen herumlaufen, bevölkert. Bei jeder Gelegenheit beginnen die heiligen Tiere von den, meist am Boden feilgebotenen Waren zu fressen, bis sie weggescheucht werden.

Das Abendessen im Hotel mit typisch indischen Speisen ist sehr gut und das berühmet Nan Brot wird ununterbrochen frisch zubereitet an den Tisch serviert. Danach lassen wir den Abend im Garten bei ein paar Gutenacht-Drinks ausklingen.

In der Früh machen wir uns auf den Weg zu unserer Morgenpirsch, vielleicht haben wir ja Glück. Offenbar hat niemand den Tieren Bescheid gegeben, das wir extra aus Wien gekommen sind, außer ein paar Hirschen ist nichts zu sehen.

Der Nationalpark hat ca. 15 verschiedene Routen, jede Route dauert ca. 1-2 Stunden, um diese zu befahren. Er ist insgesamt 392 qkm groß und wurde nach der alten Festung Fort Ranthambore benannt. An den Eingängen zum Park passiert man die alten Mauern und Eingangstore. Offenbar sind die Tiger an einer anderen Stelle unterwegs. Aber schon allein die Natur, die uns umgibt und die Geräuschkulisse sind eindrucksvoll.

Bevor die Hitze mittags zu groß wird sind wir wieder im Hotel zurück und erkunden den Ort. Gegen 15 Uhr brechen wir zur Nachmittagspirsch auf. Diese Route ist gut gewählt, es gibt viel zu sehen, Pfauen, Hirsche, Antilopen, eine Dschungelkatze, Schildkröten, Krokodile, Wasserbüffel und eine Vielzahl an Vogelarten. Nur den Tigern hat wieder niemand Bescheid gesagt, obwohl sich die Ranger bemühen ein gewisses Maß an Spannung aufrecht zu erhalten. Offenbar die Einzigen, die Glück hatten und einen Tiger gesehen haben wollen, sind unsere britischen Gäste - wir gehen leider wieder leer aus. Dafür ist der Sonnenuntergang an den Seen im Park spektakulär.

Nach einem ausgedehnten Frühstück brechen wir nach Nordwesten in Richtung Jaipur auf, wo wir nach langer Fahrt am späten Nachmittag ankommen. Dabei muss man erwähnen, dass wir uns auch nur mit einer maximalen Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 50 Km/h bewegen konnten. Grund zum einen die Straßenverhältnissen: von medizinballgroßen Schlaglöcher bis zum kompletten Fehlen des Straßenbelags. Und zum anderen unsere zahlreichen Stopps aufgrund diverser Tiere, die sich auf der Fahrbahn tummeln. Abenteuer pur! Wir wohnen im Hotel Ramada.

Jaipur ist bekannt als die rosarote Stadt, erbaut im 18. Jahrhundert, von Maharaja Jai Sing II, nach Hindu Regeln wurde die Stadt geplant und erbaut. Den traditionelle rosaroten Anstrich bekam Jaipur anlässlich eines Besuches von Price Albert.

Unsere deluxe Zimmer im Hotel Ramada **** sind sehr groß und gemütlich eingerichtet und mit großen Panoramafenstern ausgestattet. Wasserkocher und Tee sowie Instand-Kaffee zählen eigentlich in allen Hotels zum Standard. Zum Abendessen bringt man uns zu einem kleinen Hotel, innerhalb der Stadtmauern, das mir persönlich auch zum Wohnen sehr gut gefallen hätte. Vier Zimmer im arabischen traditionellen Stil eingerichtet mit Marmorböden und geschnitzten Bettrahmen. Die Zimmer haben kleine aber feine Badezimmer. Gruppiert um ein Atrium mit Springbrunnen findet man einen großer Speisesaal. Das Hotel bietet eine gute Küche, die an diesem Abend nur für uns beide geöffnet wird, da das Hotel eigentlich geschlossen hat.

Ganztägige Besichtigungen in Jaipur, ein kurzer Fotostop am Palast der Winde auf dem Weg zum Fort Amber Palast. Entlang des Flusses, vorbei am Safrangarten geht es zum Fort. Hinauf gelangt man zu Fuß, mit dem Jeep oder auf dem Rücken eines Elefanten. Wir haben uns für einen ritt auf einen bundgeschmückten Elefanten entschieden.

Amber ist ein Palast im klassisch, romantischen Rajathan Stil. Von außen einer Festung ähnlich ummauert, innen aber ein Paradies für das Auge. Wandmalereien und Miniaturen zeigen Jagd- und Kriegsszenen genauso wie traditionelle Riten- und Festdarstellungen. Im Jag Mandir, der Siegeshalle, sind alle vier Wände und die Decke mit unzähligen kleinen Spiegeln dekoriert, die in Belgien gefertigt wurden.

Mittags ein kleiner Snack im Schatten der Bäume. Danach beginnen wir unseren Rundgang im

Stadtpalast de Maharadjass, der heute noch bewohnt ist. Wie man an der gehissten Flagge und den Wachen am Eingang erkennen kann. Besonders eindrucksvoll ist das riesige Observatorium – mit den beiden riesigen Sonnenuhren die bis auf 5 Minuten exakt die Zeit anzeigen können.

Eine Rikscha-Fahrt und ein Spaziergang über den Markt runden den Besichtigungstag ab.

Am Abend fahren wir zum Essen in ein Restaurant, wo im Garten das Buffet aufgebaut ist und eine indische Folkloregruppe mit Musik und Tanzvorführungen die Gäste unterhält.

Nach dem Frühstück Rückfahrt nach Dehli, wo wir um ca. 16 Uhr ankommen. Da wir keine Lust mehr auf Essen gehen oder Shoppen hatten, arrangierte man extra für uns eine Besichtigung des Gurudwara Bangla Sahib Sikhtempel. Wir waren begeistert und vom Sikhtempel besonders angetan.

Die Sikhs sind eine verkannte Religionsgemeinschaft, sie lehnen das Kastenwesen ab, was in Indien nicht leicht ist. Jeder, auch Andersgläubige sind im Tempel willkommen. Da es eigene Küchen in den Tempeln gibt, können Arme und Hungernde jeden Tag eine warme Mahlzeit erhalten. Frauen sind gleichberechtigt. Materielle Güter werden mit den anderen geteilt. Durch die traditionelle Kopfbedeckung werden Sikhs oft mit Muslimen verwechselt und auch sehr oft fälschlich als Kriegerkaste angesehen.

Am Abend vor dem Abflug treffen wir noch die Vertreter unserer Agentur zu einem gemeinsamen Abendessen im Holiday Inn am Flughafen, bevor wir uns kurz nach Mitternacht in die Luft erheben, um nach Hause zu fliegen.

Alles in allem, war unsere Rundreise durch Indien ein Erlebnis, dass uns mit vielen unterschiedlichen Eindrücken in Erinnerung geblieben ist. Während der gesamten Reise wurden wir gut betreut. Ausgezeichnete, deutschsprachige Guides haben uns begleitet und ein wirklich toller Fahrer hat uns verlässlich von A nach B gebracht. Besonders in Erinnerung wird uns die hervorragende Küche bleiben, die imposanten Sehenswürdigkeiten und eine mannigfaltige Geschichte. Gekrönt wurde unser Indien-Abenteuer von einer vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und den vielen freundlichen Menschen, die uns begegnet sind.

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