Reisebericht: mit dem Hausboot auf dem Canal du Midi

Die Vorfreude ist sehr groß und dann ist es endlich soweit - die erste Reise auf einem Hausboot in Frankreich steht kurz bevor. Nach einem tollen Tag in Paris geht es mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV in einer ca. 4-stündigen entspannten Fahrt nach Narbonne. In der Bahnstation werden meine Begleitung und ich schon von einer netten Taxifahrerin erwartet und nach einer ca. 20-minütigen Fahrt kommen wir bei Locaboat in Argens-Minervois an. Die Begrüßung ist sehr herzlich, die Mitarbeiterin am Empfang kommt aus Deutschland und spricht Deutsch, Englisch und Französisch. Nachdem ich uns gleich einmal als absolute Hausboot-Neulinge geoutet habe (das Kapitänshandbuch wurde zwar pflichtbewusst vor Abreise studiert) bekommen wir zahlreiche Informationen und auch Tipps bezüglich der Route. Es werden vor Ort sehr übersichtliche und hilfreiche Bücher mit Flusskarten und Hinweisen zu Häfen, Einkaufsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten angeboten. Ausgerüstet mit dem Buch über den Canal du Midi begeben wir uns dann endlich zu  unserem Hausboot namens "Picampoix".

Karsten, ursprünglich auch aus Deutschland, erwartet uns bereits und macht eine Bootsführung. Das Boot ist das kleinste in der Flotte von Locaboat und für 2 Personen mit Anfängerstatus perfekt. Die Ausstattung ist wirklich toll, es ist alles da, was benötigt wird - Gasherd und -backrohr, Kühlschrank, Abwasch, Geschirr, eine große gemütliche Sitzecke, Bad mit Dusche und WC, 1 Schlafraum mit Doppelbett und Kasten, ein weiteres Bett. Der erste (und auch einzige) Knoten wird gelernt, wo wird Wasser nachgetankt, wie schließt man das Boot an den Strom an, wie funktionieren Dusche und WC - viele Informationen auf einmal. Dann ist es soweit, wir  starten zur Probefahrt mit Karsten. Es geht raus aus dem Hafen, ein kurzes Stück am Kanal entlang, einmal wenden und dann geht es wieder zurück.

 

Am Abend erkunden wir Argens-Minervois mit dem Fahrrad und erledigen den Einkauf für die nächsten Tage. Die Fahrräder kommen auf die Reise mit und erweisen sich als praktische Begleiter,  um die Gegend und entzückenden Ortschaften abseits vom Boot zu erkunden. 

Am nächsten Morgen heißt es "Leinen los" und wir fahren auf dem Canal du Midi Richtung Beziers. Die erste Schleuse erwartet uns bereits nach 1 km. Wir müssen abwärtsschleusen, die Schleuse ist mit einem aufwärtsschleusenden Boot belegt, der Wind bläst kräftig und wir haben unsere liebe Mühe das Boot ruhig zu halten. Nach ein paar aufregenden Minuten ist jedoch die erste Schleuse geschafft, und so setzen wir stolz unseren Weg fort.  Wir übernachten in der "Wildnis" und freuen uns, dass die Verankerungen am Ufer auch noch am nächsten Morgen da sind.

Drei Tage, einige Brücken und einem 160 Meter langen Tunnel später haben wir bereits ein Gefühl der Sicherheit und machen uns auf den Weg nach Narbonne. Es heißt nun sieben Mal abwärtsschleusen, und nach unserem ersten Tag hätte ich mir nicht gedacht, dass wir das so gut hinbekommen würden. Wir passieren eine Sandbank und erreichen Narbonne. In der Stadt fahren wir durch ein Haus - ja, die Strecke hat immer etwas Neues zu bieten. 

Das Leben an Bord ist total entspannt; alles was benötigt wird ist vor Ort. Wir lernen einen Teil Südfrankreichs ohne lästiges Koffer packen kennen und sind in unserer Zeitplanung total flexibel. Der getankte Diesel reicht für die ganze Woche, lediglich zwei Mal übernachten wir in Häfen um Wasser nachzutanken.

Am nächsten Morgen fahren wir retour Richtung Argens-Minervois, dh nun sieben Mal aufwärtsschleusen und nach unseren anfänglichen Schwierigkeiten fühlen wir uns bereits wie die Vollprofis. Wir sind zwar sehr beschäftigt (Schleuse vorbereiten, in die Schleuse einfahren, Taue werfen, das Boot fixieren und wieder raus aus der Schleuse fahren) aber es macht total Spaß! Die Zeit vergeht viel zu schnell und so verbringen wir unsere letzte Nacht wieder im Ausgangshafen.

Fazit der Reise: Lernen Sie Land und Leute auf eine andere Art kennen, treffen Sie "Mitstreiter" und lassen Sie sich bloß nicht entmutigen, wenn nicht alles von Anfang an klappt. Sie sind auf Urlaub, und wenn für ein Manöver ein paar Versuche mehr benötigt werden, dann ist das auch nicht schlimm! Genießen Sie einfach "Ihre Reise"!

Beratung und Buchung für Ihren Hausboot Urlaub

Lassen Sie sich im Mondial Reisebüro für Ihren Urlaub mit dem Hausboot beraten. Mehr über Locaboat erfahren Sie auch in unserem Blog-Artikel.