Sri Lanka - Reisebericht

Meine Kollegin Corinna Kandler – sie war über 15 Jahre im Unternehmen – hat mir diesen Reisebericht übergeben. Die wundervollen Eindrücke und Erlebnisse dieser Reise möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Aber lesen Sie selbst: 

Sri Lanka - Reisebericht

Sri Lanka, das grüne Paradies im Indischen Ozean beeindruckt auf der einen Seite mit einer herrlichen Landschaft und auf der anderen Seite mit einer sehr wechselhaften Geschichte. 

Unsere Fahrt führte uns zunächst in den Norden nach Jaffna, in eine Region in der mehr als 3 Jahrzehnte ein grausamer Bürgerkrieg tobte, der schließlich im Jahre 2009 endete. Die Straßen und die Bahnlinie sind nun wieder intakt, die Hotellerie hingegen steckt noch in den Kinderschuhen. Die Menschen, ob Tamilen, Singhalesen, Christ, Hindu, Buddhist oder Moslem, empfingen uns stets mit Zurückhaltung und Freundlichkeit. Jaffna ist die wichtigste Stadt und das kulturelle Zentrum der Tamilen. Wir besuchten den Nallur Kandaswamy-Tempels, das holländische Fort und die wiedererrichtete Bibliothek, welche während des fast 30 Jahre andauernden Bürgerkriegs niedergebrannt wurde. Heute ist sie eines der schönsten Gebäude der Stadt. 

Sehr interessant war der Besuch der ersten Königsstadt und UNESCO Weltkulturbe Anuradhapura. Sie wurde 400 Jahre vor Christi Geburt gegründet und war bis ins Ende des 10. Jahrhunderts nach Christi Geburt Hauptstadt und religiöses Zentrum des Landes. 

Die zweite Königsstadt liegt im Osten und heißt Polonnaruwa. Die Monumente sind relativ gut erhalten und spiegeln die glorreiche Vergangenheit Sri Lankas wieder. 

Eines der ganz großen Höhepunkte war der Besuch, des rund 200 m hohen Sigiriya Felsens. Eine Treppe mit rund 700 Stufen führt hinauf und ist mehr als schweißtreibend, aber es lohnt sich. Der einzige Zugang zur ehemaligen Festung führt durch das Maul einer mächtigen Löwenskulptur, die in den Fels gehauen wurde. Die weltberühmten Fresken der Wolkenmädchen sind von außergewöhnlicher Schönheit. Die 1500 Jahre alten Malereien zeigen Darstellungen von Nymphen oder himmlischen Wesen, die mit Tonfarben auf die spiegelblanken Felsen gemalt wurden. Am Gipfel angekommen, wurden wir vor allem mit der atemberaubende Aussicht über die tropische Landschaft belohnt.

Bevor wir uns den Naturschönheiten der Insel widmen konnten, besuchten wir die Höhlentempel von Dambulla, heute UNESCO Weltkulturerbe. Die Höhlen sind eigentlich ein großer Felsentempel mit vielen Fresken aus dem 15. und 18. Jahrhundert und zahlreichen alten Steingravierungen. Der Felsentempel selbst wurde im 1. Jahrhundert vor Christus erbaut. In einer der Höhlen befindet sich ein 14 m großer Buddha. In der größten und zugleich prächtigsten Höhle befinden sich insgesamt 150 Gottes-Statuen in Lebensgröße. 

Nun fuhren wir voller Freude in den Wasgamuwa Nationalpark. Wir wollten die wilden Elefanten auf ihren Wanderungen durch die Wälder beobachten, allerdings entpuppte sich die Fahrt als eine große Herausforderung für unseren Busfahrer und für uns natürlich auch: Die Straße war aufgrund von einer nahegelegen Großbaustelle in einem sehr schlechten Zustand und so erreichten wir den Park erst am späteren Nachmittag, gerade noch rechtzeitig für unsere Jeeptour. Wir wurden in jeder Hinsicht belohnt - zunächst mit einer kleinen Gruppe von Elefantenweibchen mit ihren Jungen, die am Waldesrand grasten, später hat sich dann noch einer unserer Jeeps in einem Schlammloch eingegraben. Besser geht’s nicht. Als alle Anstrengungen zunichte waren, den Jeep in kurzer Zeit wieder flott zu kriegen, wurden die Insassen letztendlich auf die anderen Jeeps aufgeteilt. In der Zwischenzeit brach die Nacht herein. Hungrig, müde und dreckig erreichten wir unser Camp. Bei einer Flasche Arak, eine Art Cognac aus Kokosmilch und bei einem guten Abendessen ließen wir den anstrengenden Tag langsam zu Ende gehen. 

Für mich stellte sich nur die Frage, was wird aus morgen, dieselbe Straße retour eine Katastrophe. Jan, unser lieber Guide, hatte ein tolle Idee: Wir schickten den Bus alleine zurück und wir fuhren mit den Jeeps, die wir kurzfristig angeheuert haben, über eine schmale, kurvenreiche Straße in eine wunderschöne Bergregion. Jan versicherte mir, dass die Straße asphaltiert und gut sei. Naja, etliche Schlaglöcher gab es dann doch und es wurde wiederum einiges von uns abverlangt, aber mit der tollen Berglandschaft hatte er Recht. Als Belohnung stand dann der Besuch einer kleinen Gewürzfarm in Matale auf dem Programm. Neben einer sehr ausführlichen Einführung über die Wirkung der verschiedenen Gewürzen und Pflanzen, einem guten Mittagessen und einer angenehmen Massage, fuhren wir in die Highlands nach Kandy, der letzten Hauptstadt des singhalesischen Königreichs. 

Die Stadt ist spirituelles und religiöses Zentrum des Landes und liegt inmitten einer herrlichen Berglandschaft. Das Klima hier ist sehr angenehm, dass schätzen auch die Briten und ließen sich hier nieder. Das alterwürdige Hotel Queens ist auch heute noch ein sehr schönes Hotel. Im Tempel des Heiligen Zahns, in dem der linke obere Eckzahn Buddhas als heilige Reliquie aufbewahrt wird, erlebten wir die berühmte Tempelzeremonie. Am späten Nachmittag besuchten wir eine Vorführung traditioneller Kandy-Tänze. Zur Halle fuhren wir mit Tuc Tuc’s und alle hatten viel Spaß. Unsere Fahrer lieferten sich ein wahres Rennen. 

Wir verließen Kandy und fuhren in das in 1900 m Höhe liegende Städtchen Nuwara Eliya. Diese Region ist bekannt für die Teeplantagen und die Teefabriken. Hier wohnten wir „very british“ im St. Andrews Hotel, einem sehr schönen Hotel mit angeschlossenen 18 Loch Golfplatz. Die Temperatur war angenehm frisch, hier kam endlich der Pullover zum Einsatz und bei einem Bier vom Fass im örtlichen Pub wurde uns so richtig warm ums Herz. Am nächsten Tag verließen wir die Highlands und fuhren wieder in die Lowlands zum Meer hinunter, genauer gesagt in den Yala Nationalpark. Unsere Lodge lag in einem Naturreservat unweit des Parkeingangs und des Meeres.  Die Warnhinweise „Elefant Crossing“ und „Crocodile Safety“ ließen mulmige Gefühle aufkommen, lagen doch die Bungalows versteckt hinter den Büschen. Eine Affenbande und 2 Wildschweine gehörten zum Wachpersonal. Die Krokodile bewachten den kleinen See, den man gut vom Pool aus beobachten konnte. Die Elefanten versteckten sich irgendwo im Dickicht und waren die ganze Zeit nicht zu sehen. 

Ein ganz tolles Erlebnis hatten wir am Morgen unseres Abreisetages, da lag doch glatt ein Leopard auf einem Felsen auf der anderen Seite des Sees und genoss die Morgensonne. Wir hätten uns die Pirschfahrt in den Yala Nationalpark mit den hundert anderen Jeeps ersparen können. So ist das Leben eben. 

Die Rückfahrt in Richtung Colombo führte uns entlang der Küste nach Galle, einer sehr schmucken, gepflegten Kleinstadt. Wenn man Galle betritt hat man nicht das Gefühl in Asien zu sein, eher fühlt man sich in das Holland des 19. Jahrhunderts zurückversetzt. Das auf einer Landzunge gelegene holländische Fort wurde im 17. Jahrhundert von den Niederländern gebaut und ist der größte, europäische Festungsbau in Südostasien. Aber bereits vorher war Galle ein wichtiger Handelsplatz und Umschlaghafen für Händler aus Asien und dem mittleren Osten. Im Jahr 1988 wurde das Holländische Fort von Galle zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. 

Unsere letzte Nacht verbrachten wir in dem schönen Hikka Tranz Hotel, direkt am Strand von Hikkaduwa. Frühmorgens brachte uns dann der Bus zum Flughafen. Eine wunderschöne und interessante Reise ging zu Ende.

Unsere Hotels und Lodges waren Tip Top beisammen, lediglich in Jaffna hatten wir ein einfaches Hotel. Hier muss man noch Abstriche machen. Die Hotels der Cinnamon Hotelkette wie z. B. die Cinnamon Lodge in Habarana, das Cinnamon Citadel in Kandy, die Cinnamon Wild Lodge in Yala sind sehr zu empfehlen. Sehr schöne Anlagen mit sehr gutem Essen und sehr freundlichem Personal. Aber auch das Palm Garden Village in Anuradhapura ist empfehlenswert. Der Garten war eher eine schöne Parkanlage.

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